Heute war stabiles Wetter mit angenehmen Temperaturen angesagt. Auf einem kleinen, aber guten Sträßchen am steilen Hang mit Serpentinen brachte uns unser Bus durch den Wald auf 1800 m. Dort ging die Wanderung über die Suruldi Bergkette los. Die 12er Gruppe von Hausen-Reisen, die auch in unserem Hotel in Mestia wohnt, war vor uns da. Aber außer drei 2er-Wandergruppen, die auch den Weg gingen, sahen wir auf der ganzen Strecke niemanden.

Auf einem Karrenweg ging es durch den Wald hoch, meist mäßig ansteigend. Das letzte Stück bis zur Bergstation der Seilbahn auf 2485m (die nicht im Betrieb war) ging es Direttissima auf der Skipiste hoch. Kunstschnee gibt es hier keinen (im Winter natürlich), aber Flutlicht. Jetzt waren wir auf dem Höhenrücken, mal etwas rauf, mal etwas runter bis zu einer Ansammlung von Funkmasten mit Handyantennen und Richtfunk.
Die Birkenwäldchen reichten hoch bis auf 2500 m, so musste man nicht immer in die steilen Abgründe hinunter sehen. Die Aussicht war toll, in drei Himmelsrichtungen schneebedeckte Berge mit Höhen bis zu 5000 m – und ganz unten tief eingeschnittene Täler.

Die Blumen waren natürlich ähnlich wie in den Vortagen, aber manchmal dachte ich, sie seien noch schöner und fotografierte nochmals. Längst nicht alle Blumen kannte ich, und von den bekannten konnte ich mir nicht alle Namen merken.

Nach den Antennen ging es sei Stück sehr steil abwärts, meist in lichtem Wäldchen. Später dann ein schöner schmaler Weg durch Wiesen und weiter unten dann Nadelwald. Das letzte Stück war ungemütlich, mit brachialer Gewalt wurde ein Schneise durch das Schiefergestein angelegt.

Dann der Blick auf das Dörfchen Zwirmi mit Landwirtschaft und mehreren der berühmten Wohn- und Wehrtürme. Wir warfen auch einen Blick in einen kleine Kapelle, die wohl ihre besten Zeiten hinter sich hat. Zwar gibt es an einigen Häusern Schilder: Café, Bier, Gästehaus – aber nichts sieht touristisch aus. Überall laufen nicht nur die Kühe herum, sondern auch Schweine, oder sie liegen herum. Hier wartet Georg mit seinem Bus auf uns.

Wir haben noch Zeit für einen Bummel durch Mestia, das im Dorfkern sehr touristisch ist: Restaurant, Café, Hotel, Gästehause (und vor allem „Familien-Gästehaus“), sogar „Nachtclub“ steht an einem Haus. Das Publikum in den Straßen ist bunt gemischt, von großen, gut organisierten asiatischen Gruppen bis zu einzelnen oder paarigen Rucksack-Wanderer. Ich bin dann, was ich in fremden Städten gerne mache, in die Nebengassen ausgewichten, da war es ruhiger und angenehmer.

Komoot hat ausgerechnet: 12,3 km, 620 m rauf und runter, tiefster Punk 1890 m , höchster Punkt 2480 m