F1D

F1D – Saalflugmodelle

leicht wie eine Feder durch die Luft

F1D-Saalflugmodelle sind ganz anders und sie sind faszinierend. Im Gegensatz zu all den anderen Freiflugklassen fliegen die Saalflugmodelle in großen Hallen und hier wird wirklich die maximale Flugzeit gewertet. Das heißt, die längsten Flüge sind bis zu einer Stunde lang – Modell mit 55 cm Spannweite, mindestens 1,4 g Modellgewicht und maximal 0,4 g Gummi angetrieben.

Zehntelsmillimeter dünne Balsaleistchen, Stahldraht, Borfasern sowie hauchdünne und transparente Kondensatorfolie machen das Fluggebilde mit 55 cm Spannweite aus – allerdings noch verspannt mit hauchdünnem Wolframdraht. Und dieses Fluggebilde ist dann so empfindlich, dass man sich nur ganz langsam bewegen darf, wenn man es in der Hand hat – sonst würde es zerstört. Aber der Rumpf muss die Kraft des Gummistrangs aushalten, einige tausende Umdrehungen speichern die Energie für den langen Flug. Einen Gleitflug gibt es hier nicht, der Propeller dreht sich so langsam den ganzen Flug, dass man leicht die Umdrehungen mitzählen kann. Um das Modell an die Halle anzupassen, werden Gummiquerschnitt, Gummilänge und Umdrehungen sorgfältig abgestimmt. Zusätzlich ändert die Luftschraube während des Fluges je nach Drehmoment die Steigung. So kann nach den Start zügig nach oben gestiegen werden, dann aber werden ohne weiteres Steigen viele Runden unter der Hallendecke gedreht ohne oben anzustoßen.

Geflogen wird in den unterschiedlichsten Hallen, von der Schulsporthalle über Salzbergwerke bis zu Luftschiffhallen. Um Zusammenstöße zu vermeiden, werden Heliumballons an dünnen Faden hochgelassen und damit kann ganz vorsichtig der Kurs korrigiert werden. Sechs Starts hat jeder Teilnehmer, die beiden besten werden zusammengezählt. Wer aber nicht so superleicht bauen kann oder nur eine kleine Halle zur Verfügung hat, für den gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Saalflugklassen.

F1D ist seit 2023 Weltcup-Klasse, F1N wird 2024 international erprobt.

Weitere Saalflugklassen

  • F1L (auch Easy Bee genannt): 45,72 cm Spannweite maximal, mindestens 1,2 g schwer, Bespannung leichtes Kondensatorpapier oder Kunststofffolie.
  • F1M (auch Beginner genannt): der zweite Schritt beim Einstieg in den Saalflug. 46,0 cm maximale Spannweite, Mindestgewicht 3 g, höchstens 1,5 g Gummi, Bespannung leichtes Papier oder Folie.
  • F1M-L (auch Beginner limited genannt): Um es Einsteigern einfacher zu machen, sind hier Verstellpropeller, Verspannungen und andere „Tricks“ verboten.
  • F1M-E Elektro-Saalflugmodelle: Spannweite max. 550 mm, (Super-) Kondensator mit Nennwert max. 5 Farad, Festlegung der Startspannung durch den Wettbewerbsleiter, typisch 3,1 V. Weitere Informationen in der Infothek.
  • F1N sind Saalflug-Wurfgleiter: hier gibt es fast keine Baubegrenzungen.
  • F1R maximal Spannweite 350 mm, Eindecker, keine weiteren Bauvorschriften
  • F1D-Ministick maximale Spannweite 178 mm, Mindestgewicht 0,43 g, weitere Bauvorschriften
  • F4A das sind Nachbauen von Flugzeugen (auch Peanuts genannt). Hier wird sowohl die Flugleistung wie auch die Vorbildtreue bewertet.
  • Kondensator es gibt auch schon Saalflugmodelle mit Elekroantrieb, die Energie kommt aus Kondendatoren
  • TH30 maximale Spannweite 300 mm, Paddelpropeller max 160 mm Durchmesser

Genaue Definitionen der Modellklassen siehe Web-Site der FAI und des DAeC.

Hier ein Video-Trailer, der einen schönen Einblick in die faszinierende Welt des Saalfluges gibt. Außerdem ein Video von der WM 2018 in den USA und ein Video von der Deutschen Meisterschaft in Ingolstadt 2018.