Von Schwarzen Meer hoch in die Berge Swanetiens – das war unsere Fahrt heute, zeitweise im Regen, in den Bergen zum Glück aber wieder trocken und sogar Sonne. Zunächst in der Ebene durch landwirtschaftliche Flächen, oft ganz ähnliche, einzel stehende Häuser, einige recht chic, daneben andere ganz ärmlich.
Das erste Ziel war der Staudamm Enguri, mit 271 m Höhe eine der höchsten Bogenstaumauern der Welt. Der aufgestaute See erstreckt sich über ganz viele Kilometer. Der Stausee, er liegt in Georgien, versorgt über eine 19 km lange Leitung (meist Stollen, aber auch zwei Aquädukte) das Kraftwerk, das im heutigen Abchasien liegt. Nach anfänglichen Streit (Abchasien will nicht zu Georgien gehören und wird von Russland kontrolliert) einigten sich die Parteien über die Verteilung des Stroms. 40% des Strombedarfs wird vom Enguri Stausee geliefert (insgesamt stammen 85% des georgischen Stroms aus Wasserkraft). Besichtigung mit Führung. Vieles was wir sehen konnten, war Schwerst-Maschinenbau, sehr spannend.
Die weitere Fahrt geht parallel zum See, mal auf, mal ab, oft hoch über dem See an den steilen Hängen auf sehr kurviger Straße. Große Teile sind recht gut, aber durch die Hanglage gibt es immer wieder Steinschlag und Abrutschungen. Dadurch immer wieder nur geschotterte Strecken, oft auch verengt, und auch Baustellen, wo an der Verbesserung gearbeitet wird. So ist das Vorwärtskommen ziemlich langsam. Während die Fern-LKW, die wir gesehen hatte, überwiegend Europäisch waren, sind hier die schweren Baustellen-LKW überwiegend Chinesisch.
Mittagessen in einem kleinen Restaurant am Straßenrand, leckere Gemüse-Fleisch-Suppe und danach türkischer Kaffee.
Langsam erscheinen in der Ferne die schneedeckten Berge des Kaukasus, dann weitet sich das enge Tal: Bergwiesen mit einzelnen Gehöften. Abbiegen von der Straße nach Mestia, erste Nacht in Swanetien ist auf knapp 1500 m in den Dorf Betscho in einem Gästehaus hinter einem wohl ehemaligen Bauerhaus, unterstützt vom EU-Leader-Programm und von Österreich. Ich habe ein nettes, kleines Zimmer mit Dusche/WC. Die Pausenzeit nutze ich für einen längeren Spaziergang am Bergbach aufwärts, Wiesen voller Margeriten stechen hervor. Und wieder ein leckeres und vielfältiges Abendessen.




































