Der Plan für heute war ein große Rundwanderung direkt von Uschguli aus auf dem Gwibari-Berg (3000 m). Wir sollten eine tolle Aussicht haben, sogar bis zum Elbrus (5642 m). Der Wetterbericht meinte, nachmittags könne es Gewitter und leichten Regen geben. Das größere Problem aber war der relativ viele Schnee, der in der Höhe noch lag. Deshalb wurde unser Team durch einen Bergführer verstärkt und die Laufrichtung umgedreht.
Wie meist, ging es steil bergauf, zunächst auf breitem, später auf schmalem Weg. Ein etwa 10jähriger Junge kam uns auf einem Pferd entgegen, ganz alleine. Unterwegs lernte ich dann, dass das was ich bisher für gelbe und weiße Alpenrosen gehalten hatte, Kaukasischer Rhododendron ist. Wir kamen bis 2700 m, die Aussicht war nicht nur durch die fehlende Höhe beschränkt, sondern auch weil sich viele Bergspitzen in Wolken hüllten. Auch dass unsere Bergführer sich mit Klettergurt und Seil ausrüstete, half nicht wirklich weiter. Der Weg an den steilen Hängen hätte durch einige größere Schneefelder geführt. So blieb nichts anderes übrig, als jetzt schon Richtung Tal zu gehen, durch kleinere, unkritische Schneefelder und viele Rhododendronbüsche.
Als wir recht weit unten angekommen waren und ich schon über ein privates Nachmittagsprogramm nachgedacht hatte, motivierte uns Shalva nochmals hoch zu gehen zu dem Wehrturm über Uschguli, sehr steiler, schmaler Weg. Kurz vor oben, sahen wir den ersten Blitz, es folgten einige Donnerschläge, aber zum Glück noch in akzeptabler Entfernung. Leichter Regen, das Gewitter kam nicht näher. So waren wir am frühen Nachmittag wieder im Quartier.
Ich ging dann alleine zu dem Wehr/Wohnturm, der über Leitern bestiegen werden konnte. Und diesmal kam ich hoch – mit recht verstaubter Hose, anders lässt sich der Übergang Leiter – Plattform nicht schaffen. Und oben war ein kleiner „Balkon“, dort wartete ich ein Weile bis ein größeres Wolkenloch Sonne auf das Dorf scheinen lies und so die Schieferdachplatten im Gegenlicht glänzten.
Martin hatte einen alten russischen Militärjeep im Dorf entdeckt bei einem „Car Service“ und es gelang ihm, ihn mit Fahrer für eine halbe Stunde zu mieten. Dazwischen ging ein heftiger Schauer herunter. Wir waren dann zu viert plus Fahrer und die Piste Richtung Gletscher hatte genügend Schlaglöcher und Wasserdurchfahrten, dass der Jeep zu Ehren kam. Und zur großen Freude von Martin bot ihm der Fahrer an, auch ein Stück selber fahren zu dürfen.
Abends wieder gutes Essen. Der Speisesaal ist nun recht international: Franzosen, Schweden, Österreicher und Deutsche. Drei kleine Punkte: Die Oma brachte einen Armvoll Holz in die Küche, der Herde wird mit Holz beheizt. Wie am Vorabend kommt ein Mann mit zwei großen Eimern (also rund 20 l) Milch ins Haus. Das Gästehaus wirbt mit „wir verwenden nur natürliche Produkte aus Georgien“. Während das Wasser im Krug auf dem Tisch aus dem Hahnen kommt, wird es für die Österreichische Gruppe gefiltert – ein Forderung deren Veranstalters.
Komoot zu dieser Wanderung: tiefster Punkt 2080 m, höchster Punkt 2700, 730 m hoch, 770 m runter, 9,4 km



































