Heute war keine Wandertag, sondern ein Ausschlaf-, Besichtigungs- und Fahrtag. Wir gingen erst später los, weil das Bergsteiger-Museum nicht so früh aufmacht. Es ist das Geburtshaus des sehr berühmten, hoch CCCP-dekorierten Mikheil Khergiani, der zu Tode kam, als in Italien ein Steinschlag sein Seil durchtrennte. Interessant, das Haus ist altes Anwesen mit Wohn- und Wehrturm. Im Winter lebten Tiere und Menschen in einem Raum, im Sommer die Menschen einen Stock höher. Der Wehrturm war besteigbar, aber der Übergang von der ersten steilen Leiter auf das Podest war mir nicht ganz geheuer und so verzichtete ich auf die nächste Etage – habe mich aber doch etwas über mich geärgert. Danach das staatliche Museum für Swanetien mit alten Schätzen. Ein moderner Bau, aber noch ganz ohne Monitore und interaktiven Vorführungen.
Drei Erlebnisse in Mestia:
Das Postamt liegt im ersten Stock an der Hauptstraße, ein kleiner Raum mit vielen Paketen, Versandwaage und nicht so ganz aufgeräumt. Aber die junge Dame verkaufte mir gerne ein paar Briefmarken, die Blöcke waren am Rand einfach zusammen getackert. Briefkästen gibt es keine, die Post muss man zur Post bringen.
Es gibt großes, sehr leckeres Fladenbrot und durch die Verkaufstheke kann man dem Bäcker zusehen, wie er es frisch herstellt und in einem runden, oben offenen Ofen bäckt. Zwei Lari für ein Brot (70 Cent). Das Briefporto kostet sieben Lari (2,30 Euro).
Geld tauschen war in der Wechselstube in Tiflis Sache von weniger als einer Minute. Euro geben, Lari empfangen. Hier in der Bank war es ein bürokratischer Akt, Pass vorlegen, ganz viel wird abgetippt, unterschreiben, Beleg bekommen und dann die Laris.
Fahrt auf überwiegend guter Straße über Pass und immer dem Enguri-Fluß entlang, oft an steilen Hängen. Durch Abrutschungen der Schieferhänge von oben auf die Straße und von der Straße in Richtung Abgrund und den nötigen Aufräumarbeiten war die Straße auf einem Stück seitlich so weit gewandert, dass ein Pfosten der Stromleitung mitten in der Straße stand.
Ankunft in Uschguli, Europas höchst gelegenen, dauerhaft bewohnten Dorf in Europa (so etwa auf 2200 m). Allerdings halten nur noch etwa 60 Leute den Winter hier oben durch, die anderen haben ein zweites Standbein weiter unten, vor allem die, welche sich hier oben mit den Touristen (hier überwiegen die Wanderer und Rucksack-Reisenden) beschäftigen – und davon hat es viele. Also auch hier wieder ganz viele Gästehäuser etc. Aber trotzdem deutlich ruhiger und ländlicher als in Mestia.
Viele sehr ärmliche, auch defekte und verlassene Gebäude, viele Kühe in den Gassen unterwegs. Aber ganz, ganz viele Wehr/Wohntürme, deshalb ist ein Teilort von Uschguli UNESCO-Weltkulturerbe. Das ist aber eine sehr zweischneidige Sache, viele Gebäude sind in sehr schlechtem Zustand, es fehlt an Geld und wohl auch an Organisation für eine gute Renovierung. Also viele bautechnische und planerische Konflikte und Kompromisse.
Auf einem Hügel die Kirche Lamaria mit swanischen Fresken aus dem 10. Jahrhundert. Und dahinter Blick auf den höchsten, schneebedeckten Berg Georgiens (Schchara 5193 m). Im Tal weiter hinten kann Gold gewaschen werden.

















































