Stechen
Stechen F1Q ist um 18 Uhr für 6min.
Dann um 19 Uhr für 8min. Der Altimeter dabei nur für die Bestätigung der Zeit. Kein Höhen-Altimeterstechen.
F1 Q stechen. Der Ukrainer geht als erstes, hat aber keine gute Luft. Direkt hinterher geht der Italiener, den das ganze Feld den ganzen Tag mitgestoppt hat, der angeblich immer zu langen Motor Laufzeit hat. Auch diesmal haben alle mitgestoppt. Tatsächlich hat Micha Jäckel beantragt, dass jede Motorlaufzeit von den Zeitnehmern gestoppt und aufgeschrieben wird.
Doch zurück zum stechen. Aus meiner Sicht hat der Italiener die bessere Luft, auch gute Höhe. Der Ukrainer hat es nicht so gut erwischt.
André bleibt cool stehen bis zur etwa 5 Minute bei 7 Minuten Arbeitszeit. Dann scheint ein dicker Bart zu kommen, oder zumindest einer, bei dem es geht. Auch der Israeli macht sich fertig, wirft Sekunden vor André. Der macht einen sehr guten Start, schreit seinen Flieger noch kurz an, das Ding jetzt zu machen, beziehungsweise rum zu kommen. Dann atmen wir alle aus, denn die Luft scheint gut.
In dem Moment kommt der Contest Director und sagt, der Zeitnehmer hätte 22 Sekunden Motorlauf bei André gestoppt. Mein Micha wird äußerst direkt in seiner Wortwahl, dass das nicht stimmen kann. Viel hitzige Worte gehen hin und her, während der Kahn da oben fliegt. André wird gerufen einen zweiten Start noch schnell zu machen, doch in dem Moment läuft die Arbeitszeit ab.
So verfolgen wir ein bisschen hastig, den bereits gestarteten Flieger weiter, der allerdings nicht ganz so gut scheint wie andere. Bei 5 Minuten zwölf ist er unten, aber das Thema der zu langen Motor Laufzeit hat sich erledigt. Alle schütteln sich die Hände, auch der Contest Director und der Zeitnehmer, der Sekunden vor dem Start noch einen Anruf bekam und auch annahm, bis Micha Jäckel, ihn anpfiff, das Ding sofort auszumachen.
Nebenan gewinnt der Junge Amerikaner das P. Stechen. Er und ein Chinese hatten die gleiche Fehlzeit geflogen, beide in einem Durchgang 128 Sekunden, und mussten um den Pokal stechen.
Mittlerweile ein Meer aus schwarz-rot-goldenen Shirts, das André umarmt: er ist dritter geworden! Gewonnen hat der Italiener.
7. Durchgang
André ein Fehlstart, das Modell zu steil geworfen, in Rückenlage, Looping und steckt. Daniela ist startbereit und rückt sofort an seine Stelle.
Guter Start, und das Modell fliegt eine wunderbare, große Runde, sehr sicher, Voll.
Das Modell bremst nur leider nicht. Micha guckt hinterher, und ich hatte gerade gehört, dass auch von Paul noch ein Modell draußen liegt.
Daniela Flieger ist jetzt aber gelandet.
André kommt zurück an den Start, hat das Modell gewechselt, startet und ist der höchste in einer Blase mit einem ganzen Pulk. Die Deutschen wedeln kurz, aber das ist kein Stück nötig. André selbst steht am Rand des Feldes, weil er nicht hingucken kann. Der Flieger aber irre hoch. Er darf ruhig in 190 m Höhe pumpen, ruft André, janz egal!!
Max und damit Stechen.
Schwacher Start für Jens, aber nach dem Übergang hat das Modell trotzdem sehr gute Höhe, ist gut mitgegangen. Die Luft war gut, wedeln scheint nicht nötig und das Team im Feld entspannt. Sehr schöner Flug.
Guter letzter Start für Paul. Ruhig fliegt er zwar nicht, eher bockig wie ein Pferd, mit engem Kreis dazu, aber das kann auch die Luft. Die scheint sehr unruhig, aber bei aller Turbulenz ein sicherer Flug, ein sicherer Max.
Team Deutschland jetzt am Fresszelt, Team Schweiz mit dabei 👏🏻🇨🇭
Deutschland damit wohl Vizemannschaftsmeister.
6. Durchgang
Beginn der 6., und als ich an die Startstelle komme, gibt es keine guten Neuigkeiten: Jens‘ Modell hat weder Signal noch irgendwelche Spuren hinterlassen. Durchs Glas sehen wir einen Häcksler in der Wiese, der hoffentlich nicht Grund ist, dass kein Signal mehr da ist. Wobei jetzt gerade Hagen kommt, dass ein Signal empfangen wurde.
Das fängt ja gut an.
Gerade konnte ich einen guten Deal mit Guadalupe machen: morgen ist der Junioren A Tag, und ich werde nicht hier sein, sondern mit Phil und Dani F1C trainieren. Guadalupe wird aber versuchen die Berichterstattung zu übernehmen. Ein großes Dankeschön dafür von mir.
Jetzt gibt Hagen durch: Matthias hat das Modell!
Wechsel in der Reihenfolge, André geht als Erster, weil er noch alles voll hat. Immer noch starker Wind, immer noch nur sehr kleine Zeitfenster, noch dazu sind wir am allerletzten Ende der Startlinie, was nicht hilft. André startet gut, ruft mehrfach „rum, rum!“. Bernhard sagt, der ist doch drin, doch André fürchtet, nein, noch lange nicht! Und es sieht auch einen Moment nicht gut aus, bevor sich der Flieger langsam stabilisiert. Doch nach 2 Minuten fängt er an zu pumpen, und kreist sehr eng, scheint hinten aus der Luft rauszufliegen. . . Aber da! Rechts!, wie die Experten rufen, packt er’s wieder an! Hoppa!
Sechster voll!
Daniela startet relativ schnell dahinter. Guter Start, keine Bombe, kein Bombenhöhe, aber sehr solide. Das brauchen wir gerade.
Jens wartet lange. Die Sonne ist wieder weg, und in diesen Phasen verlängert sich das Warten jedes Mal, und der Wind frischt drauf.
Jens findet einen guten Moment, der aber nach 1 Minute nicht mehr so gut aussieht, und wir zittern mit dem Flieger, der sich stabilisiert, schwächt, stabilisiert und am Ende dann leider doch wieder schwächt. Bei 2:30 denken wir, jetzt ist das Ding gegessen, aber bei 2:40 fällt er runter wie ein Stein und ist bei 2:46 unten. Immerhin. Nur 14 Sekunden fehlen.
Paul dann ein guter und sicherer Start, der uns allen gut tut, auch den Wedlern im Feld, sie haben Pause.
Die Flüge dieses Durchgangs gingen sehr schnell. Halbe Stunde Zeit jetzt bis zur nächsten Runde. In der Ferne grummelt Donner.
5. Durchgang
Fünfte Runde. Daniela findet sehr schnell einen sehr kurzen, aber sehr guten Moment. Das Feld schaut staunend hinterher, geht aber nicht mit. Pech gehabt, denn obwohl Danielas Modell nach dem Kraftflug zwei böse Nicker macht, die gegebenenfalls auch thermikbedingt waren, steigt es danach gigantisch weg. Sehr sicherer Flug.
Auch bei Andrés Start danach geht keiner mit, ein guter Start, vielleicht etwas steil, aber das Modell kommt gut rum. Dann macht es allerdings Strecke, hält uns seine Zeit lang in Atem, bis es rumkommt. Schon bei 1 Minute Flugzeug hängt Micha Jäckel am Glas, aber die Höhe ist sehr gut.
Die Momente sind jetzt durch den starken Wind so eng, dass jeder für sich alleine fliegen muss. Abstauben geht kaum. Auch die Wedler bringen bei den kurzen Momenten und dem starken Wind nichts mehr. Sind aber auch nicht nötig, denn Jens findet ein minimales ruhiges Fenster, geht hoch, und packt die Luft gut an. Max.
Paul als letzter macht einen starken, steilen Start, der uns Atem hält, aber am Ende perfekt funktioniert, auch der Übergang, und die fünfte Runde, die mit den Windverhältnissen sehr schwierig war, endet mit einem weiteren Vollen.
4. Durchgang
4. Druchgang, und kaum bin ich mal nicht da, weil ich kurz zum Auto musste, geht’s auch bei Daniela schief. Auf meinem Rückweg direkt zu Beginn der Runde sehe ich das in den wunderbaren T-Shirts sehr auffällige Deutsche Team mitten im Feld wedeln für einen Flieger, der deutlich sinkt, und Daniela war unser erste Starterin. Sie muss es sein.
Es ist sehr schwierig mittlerweile. Die Amerikaner neben uns versuchen mit 20 Leuten eine P hochzuwedeln, die genauso schnell sinkt, genauso vergeblich. Sie liegt vorzeitig unten, genau wie Danielas Modell.
André liefert danach einen guten, wenn auch etwas flachen Start, meinen die Experten. Das Modell nimmt trotzdem die Thermik gut mit und ist zu keiner Zeit gefährdet. Die Wedler schwingen ein, zwei Arme, aber das Modell liefert auch ohne sie einen sicheren Flug und bremst in 60 m Höhe nach den geforderten 3 Minuten.
Jens startet gut, vielleicht etwas steil, meint man, aber das Modell holt es raus im Kraftflug. Trotzdem reicht es nicht, denn die gute Höhe wird nach 1 Minute knapp, nach 2 Minuten extrem knapp. Zwar bäumt sich der Flieger noch mal auf und gewinnt noch mal etwas an Höhe, das Team wedelt, aber nur dann doch viel zu schnell zu Boden zu gehen. Bemerkenswert war, dass es in der Luft einem P Modell sehr nah kam, beide also in der gleichen Luft waren, Jens jedoch sichtbar rausfiel aus der Luft. Leider, denn das P Modell stieg weg.
Guter Start von Paul hinterher, guter Moment. Auch guter Übergang, aber danach fängt das Modell an zu pumpen und pumpt sich relativ weit runter. Erst nach guten anderthalb Minuten fängt es sich, stabilisiert sich, und steigt dann plötzlich sehr gut weg mit einem dicken Bart. Der tat jetzt gut.
3. Durchgang
Gerade höre ich, dass im hohen Gras und einer leichten Senke ein großes deutsches Wedelteam bei Andrés Flug im Zweiten im Einsatz war, aktiviert vom Team Manager. Das war an mir vorbeigelaufen. Wächtlers, Daniel und ich standen wohl zwischen Startestelle und diesem Wedeteam, das von uns aus nur nicht zu sehen war.
Dritte Runde jetzt, und wir verfolgen die Wetterprognose genau. Über Albanien hat sich eine Regenfront aufgelöst, die bleibt uns also erspart, die nächste baut sich aber schon auf. Wir können sie tatsächlich auch sehen hinter den Bergen. Das Flugfeld selbst mittlerweile komplett mit einer dünnen Wolkendecke überzogen. Das tut gut als Schutz vor der Sonne, lässt den Wind aber auch immer wieder kreisen. Jeder Start geht in eine neue Richtung.
Daniela steht schon an der Startestelle und wartet, Thermik will sich nicht wirklich bilden oder zeigen.
Wetterkorrektur: der Wind bläst jetzt relativ konstant und auch nicht zu schwach aus Süd. Daniela wartet 15 Minuten, dann ist ein ganz kurzes, aber scheinbar solides Fenster im Wind, in dem sich Thermik zu bilden scheint und Daniela geht, als der Wind einsetzt. Nach ihrem Start zieht er weiter an, von daher war die Entscheidung gut. Trotzdem wird es ein Zitter-Flug, trotzdem reicht er aber auch, nach 3 Minuten kaum noch mit dem Auge vor den Bergen zu erkennen. Ein voller.
Drei Störche kreisen mit dem Wind in Thermik auf uns zu, biegen aber kurz vor dem Start wieder ab. Doch keine Starthilfe.
Die Sonne blinzelt wieder durch und wärmt. André startet als erster in einem sehr guten Moment, das ganze Feld hinterher, aber keiner erreicht seine Höhe. Wunderbarer solider Flug, Max.
Jens steht an der Startstelle, und der Wind hat wieder 180° gedreht. Das Wedelteam im Feld macht die Drehung mit. Alle warten.
40 Minuten läuft jetzt schon Durchgang. Warten wird ein Kernthema dieses Wettbewerbs sein. Wir haben nur noch 23 Minuten und noch zwei wartende Starter, Jens an der Startstelle, Paul mit Modell, bereit, 10 m daneben.
Noch 19 Minuten.
Noch 16 Minuten, und Jens geht. Nicht als erster aber als zweiter, nach dem Italiener. Im Steigflug überzeugt er nicht 100 pro, auch die erste Phase nach dem Übergang lässt uns noch nicht durchatmen. Die Wedler werden sofort aktiv, lange bevor Michael Jäckel sie laut ruft. Nachdem der Flieger eine Runde gemacht hat, stabilisiert er sich gut, legt sich in die Luft und steigt weg. Voll.
Paul hat auch sein zweites Modell vorbereitet an der Startstelle liegen. Jetzt darf nichts schiefgehen. Noch 12 Minuten Arbeitszeit, und das ist bei diesen Bedingungen nicht viel.
Die Sonne ist jetzt wieder draußen, der Wind hat mittlerweile 270° gedreht, seit Daniela flog.
Durch einen P-Start der Amerikaner neben uns habe ich Pauls Start verpasst. Ich höre plötzlich nur, wo sind unsere Wedler, und suche, finde das Modell, und es ist überhaupt nicht happy. Es liegt trotz Wedeln bei 2 Minuten unten, und ich lasse mir erzählen, dass Paul wohl recht früh gegangen ist, noch hätte warten können, und auch der Start nicht geglückt war, weil recht steil.
Was für ein Dämpfer, und ich bin froh für seine Frau im Team, die es noch retten kann.
2. Durchgang
Ein Kaffee der Israelis in der Pause zwischen den Runden weckt Tote und auch mich.
Daniela reißt auch den zweiten Durchgang an, und das ganze Feld geht hinterher, teilweise allerdings recht spät, es driftet nach Osten ab, während Daniela in einem wunderbaren und sicheren Alleingang nach Süden gleitet.
Es wird deutlich wärmer, doch rund um den Talkessel ist es trüb, und die Wetterprognose mag sich bewahrheiten.
André hat einen Fehlstart, das Modell startet nach Abwurf nicht, und Jens wechselt an die Stadtstelle, fliegt sicher voll.
André danach ein guter Start, aber weder der Moment noch der Flug sind wirklich gut. Wir halten alle den Atem an und warten auf Befehl, ob wir wedeln sollen, aber die Teammanager bleiben ruhig und jubeln erleichtert auf, als der Kahn in nicht mehr wirklich sicherer Höhe nach 4 Minuten bremst.
Paul schliesst die Runde mit sicherer Thermik, sicherem Flug. Vier Mäxe für Deutschland.
1. Durchgang
6:02 Uhr, 14,5°. Heute ist F1P Junioren und F1Q Senioren. Unser F1C Team ist zum Wedeln eingeteilt. Dani lassen wir aber ausschlafen, weil er seit gestern eine Erkältung in den Knochen hat. Medikation haben wir besorgt, Michael Jäckel hatte auch was mit, und gerade rief er an, dass es ihm besser geht und er rauskommt.
Bei der Fahrt aufs Gelände haben wir einen P-Start gesehen, der für eine P unwahrscheinlich gerade und hoch war, relativ atemberaubend. Das waren wahrscheinlich die Chinesen, die die Klasse sehr gut im Griff zu haben scheinen. Wir hatten das auch schon beim Weltcup beobachtet. Bei P kommen natürlich viele gute Erinnerungen an unsere Jungs im P Team bei den Jugendmeisterschaften auf . . .
Für heute Mittag sind Regen und oder Gewitter angesagt. Grundsätzlich ist das Wetter immer wärmer geworden seit unserer Ankuft. Gestern Abend nach der Eröffnungsfeier, die eine ganze Ecke zu viel Rumgetanze hatte, waren wir das erste Mal nicht mit mindestens zwei dicken Pullover draußen unterwegs und haben beim Rücklauf zum Hotel erstmalig nicht gefroren.
Schon vor dem offiziellen Anpfeifen die üblichen heulenden Motoren, einige leiernd, wenig vertrauenserweckend. Einige missglückte Starts, eine ukrainische P, die direkt vor dem amerikanischen Lager in den Boden geht, und das um kurz vor 7.
Daniela reisst das deutsche F1Q Team an und fliegt einen sicheren ruhigen Max.
Als zweiter soll André starten, aber die Thermikexperten mit ihren Maschinen an der Startstelle müssen lange warten, bis diese etwas anzeigen, was ausreichend scheint. Das ganze Feld wartet lange. Als André dann nach guten 20 Minuten startet, ist das Ding nicht zu dick, aber reicht. Die ersten Wedler laufen hinterher, auch um die Nerven ruhig zu wedeln.
Für Jens nicht so langes Warten. Er reißt einen tollen Bart an, und das ganze Feld geht hinterher. Der Wind hat wieder gedreht, und die Wedler stehen in 180° falscher Richtung.
Bei Pauls Start streiten sich die Maschinen, ob der Moment genial richtig oder zu früh war. Tatsache ist aber, das Modell fliegt gut und sicher von, der Moment also gut.
Vier Mäxe für die Deutschen im Ersten.

























