Frühstück wieder auf der Terrasse mit Aussicht und dann runter in die Stadt. Die goldenen Figuren an dem markante Brunnen sind Vergrößerungen von kleinen Fundstücke der Archäologen. Eine ganz alte Seilbahn mit winzigen Kabinen führt vom Park über den Fluss hoch zu einem Vergnügungspark (stand leider nicht auf unserem Programm). In der großen Markthalle/Basar erledige ich meine Mitbringsel-Einkäufe – obwohl der Rückflug erst in acht Tagen sein wird, kommen wir in keine größere Stadt mehr.

Auf dem Hügel über der Stadt die Bagrati-Kathedrale, der nach dem Anbau eines Aufzugs und anderen Arbeiten der Status „UNESCO-Weltkulturerbe“ entzogen wurde. Dabei ist sie an vielen Stellen so renoviert worden, wie es zur Zeit beim Denkmalschutz angesagt ist, dass man auch nach den Arbeiten erkennen soll, was „echt alt“ und was renoviert wurde. Ein größere Renovierung gab es schon zur sowjetischen Zeit als Kulturdenkmal, nicht als Kirche.

Dann auf die Fahrt ans Schwarze Meer durch flache Landschaften, überwiegend mit extensiver Landwirtschaft, Kühe, Obstbau, niedrige Wälder, kleine Straßendörfer, …. Kühe und später auch Schweine auf oder neben der Straße. Die Kühe haben die Ruhe weg, unser Fahrer Georg lenkt unseren Bus mit leicht reduzierter Geschwindigkeit hinten ihnen durch, sie bewegen sich nicht. Wir kommen in die Hafenstadt Poti und besteigen über 160 Stufen den Leuchtturm, den 1864 die Engländer bebaut und dann vor Ort zusammen geschraubt haben. Schöne Aussicht auf die Stadt, direkt unter uns der Friedhof, weiter weg der Containerhafen, der auch eine Eisenbahn-Anbindung hat. Georgien, Armenien und die Schweiz sind die einzigen Länder, bei denen praktisch das ganze Schienennetz elektrifiziert ist.

Wieder durchs Landesinnere zur kleinen Küstenstadt Anaklia, die kurz vor der Grenze zu Abchasien liegt. Einerseits sollte sie ein touristischer Badeort werden, andererseits sollt in einige Entfernung ein großer Tiefsee-Hafen gebaut werden, damit auch die ganz großen Containerschiffe Georgien erreichen können. Die mehrfachen Regierungswechsel in Georgien haben den Projekten offensichtlich nicht gut getan. Im Ort gibt es eine schönen Palmenallee, einige Hotels, Standanlagen, etc. Dazwischen aber Bauruinen, angefangen, aber nicht fertig, manches leidet auch schon wie die gut 500 m lange Fußgängerbrücke über Enguri. Martin und ich sind so mutig und steigen in die recht warmen Fluten des Schwarzen Meers. Untergebracht sind wir in einem Vier-Sterne-Hotel, vieles ist chic, aber so manches fehlt auch … Aber das Abendessen ist sehr lecker. Außer uns sind die georgischen Gewichtheber zu Gast.