Als heute Morgen das Handy um 7:15 weckte, kam es mir deutlich dunkler vor als bisher. Ein Blick raus: tiefhängende Wolken und heftiger Regen. Hatten wir gestern ein Wetterglück bei unserer Bergwanderung. Bis zum Beladen des Autos war es dann etwas schwächer. Mit den vielen feuchten Sachen beschlugen sich die Scheiben kräftig. Es dauerte eine längere Zeit, bis wir unserem Fahrer und Reiseleiter klar machen konnten, dass es als Gegenmittel was praktischeres gibt, als mit einem Lappen laufen die Frontscheibe zu wischen, nämlich die Klimaanlage. Der Fahrer hatte Sorge, durch das viele Wasser auf der Straße die großen Schlaglöcher nicht sehen so können und sich dadurch sogar seine Reifen beschädigen können. Es ging hoch auf dem Pass und dann wieder runter, die gleiche Strecke, wie wir sie hergekommen waren. Zwischendurch Tankstopp, der Sprit kostet hier etwas über einen Euro umgerechnet, Ritter-Sport gibt es für 4 Euro.
Später wechselt die Fahrrichtung von nach Süden nun nach Westen. Die Autobahn bis ans Schwarze Meer ist nun durchgehend fertig, selbst in der Karte im Reiseführer Ausgabe 2026 fehlte noch ein Stück und man musste noch über einen Pass. Jetzt also durchgehend, 30 Tunnel, im Schnitt etwas jeweils einen Kilometer lang. Teils führt die Straße durch tiefe Einschnitte mit Beton gesicherten Wände. Bei der Fahrt durch die Ortschaften fallen immer wieder die Gasleitungen auf, die teils wie Geländer der Straße entlang führen, bei Einfahrten dann auf Torhöhe hochgehen, manchmal etwas vor den Häusern, manchmal direkt an den Hauswänden befestigt. Die Bewohner der höhergelegenen Ortschaften bekommen das Gas kostenlos. Nach den Bergen geht es durch hügliges Land mit Landwirtschaft.
Wir kommen nach Gori, der Stadt in der Stalin geboren wurde. Das Geburtshaus ist heute ein Museum, im Park seht der gepanzerte Eisenbahnwagen, mit dem er durch Russland gereist ist. Vor einigen Jahren wurde das Stalin-Denkmal in der Stadt abgebaut. Es gäbe aber immer noch Stalin-Verehrer. In dem Krieg um die Unabhängigkeit Georgiens hatten russischen Kampfjets sogar die Innenstadt von Gori bombardiert.
Auf Nebenstraßen dann zum heutigen Highlight, die Höhlenstadt Uplisziche. Kurz vor Beginn der Sommerferien sind auch in georgischen Schulen Ausflüge angesagt, entsprechend groß war hier der Rummel, auch ein UNESCO-Weltkulturerbe. Nach einem kleinen Imbiss machten wir uns an die Besichtigung, Shalva als Archäologe hatte natürlich viel zu berichten. 5000 Menschen lebten hier, die erhaltenen Teil gehen bis auf 200 v.Chr. zurück, die griechische, die römische und die mittelalterliche Phasen können unterschieden werden. Die ganze Stadt, die auch befestigt war und direkt oberhalb des Flusses liegt, ist in den Sandstein gegraben, was einerseits relativ „leicht“ geht, andererseits über die Jahrhunderte hinweg auch nicht sehr dauerhaft ist, auch Erdbeben geschädigten viel. Aber es sind nicht einfach „Höhlen“, die Räumlichkeiten haben zum Teil „Kassettendecken“ wie in gemauerten Gebäuden, auch ein Tempel gab es. Die Kirche wurde oben als gemauertes Gebäude erstellt.
Dann nach das letzte Stück bis nach Kutaissi, mit 120 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt von Georgien. Unsere Pension, mit schöner Aussicht über die Stadt, erreicht der Fahren durch viele kleine Gässchen. Abendessen auf der Dachterrasse zur untergehenden Sonne.































