Heute ging es nun Richtung Berge, in den Kaukasus. Auf dem Weg dorthin noch einiges an Kultur. Zunächst mussten wir uns in einem langen Stau aus Tiflis hinaus quälen. Wir kamen an dem großen künstlichen See vorbei, der Tiflis mit Wasser versorgt. Auf einem Hügel am See ein Denkmal aus mehreren, über 30 m hohen Säulen, welche die Geschichte Georgiens darstellen sollen. Zur sowjetischen Zeit begonnen, dann eingestellt und schließlich wieder weiter gearbeitet. Und daneben eine große Trabantenstadt von Tiflis, fast nur so etwa 10stöckige Wohnblocks, teils ziemlich herunter gekommen, zum Teil neu gebaut.
Danach ging es flüssig weiter auf einer Autobahn bis zur alten Hauptstadt Mzcheta. Auf einen Hügel außerhalb die älteste georgische Kirche und unten in der kleinen Stadt eine größere, auch wichtige. Beide gehören zum UNESCO-Kulturerbe und waren entsprechend gut besucht. Der Ort selber hat auch archäologischen Bedeutung und steht unter Denkmalschutz.
Bei einer Musikerfamilie waren wir zum Mittagessen. Alles sehr lecker, sehr vielfältig und sehr viel. Bevor es los ging durften wir zuschauen und helfen, wie die berühmten Teigtaschen Khinkali gemacht werden. Der Vater mit Tochter und zwei Söhnen macht Tourneen durch Europa mit georgischer Musik. Nach dem Essen spielte er zusammen mit seinem Enkel das dreisaitige gitarrenähnliche Instrument und sang dazu. Anschließend spielte auf einer Georgischen Flöte. So waren wir bestes versorgt.
Dann eine Kirche mit Befestigungsanlage am Schinwali-Stausee, der der Stromproduktion dient. Vor rund 50 Jahre wurde ein Dorf mit 10 000 Einwohnern komplett umgesiedelt. Auch die Archäologen waren traurig, weil sie nur ganz wenig Zeit hatten für vielversprechende Ausgrabungen.
Wir waren auf der alten Heerstraße unterwegs, die durch/über den Kaukasus nach Russland führt. Das eigentliche Paßstück auf 2500 m kann in einigen Jahren durch einen 9 km Tunnel umgangen werden. Finanziert von der Weltbank, gebaut von einer chinesischen Firma, die auch viele eigene Arbeiter einsetzt, darunter sollen auch Gefangene sei. Die Paßstraße geht in Serpentinen an einer fast senkrechten Wand hoch, sie ist in recht schlechtem Zustand, wohl weil es bald den Tunnel geben wird, Sattelzüge kommen entgegen, allerdings nicht ganz so viele, wie ich befürchtet hatte. Die Schneeberge kommen näher und kurz vor dem Paß dann ein Ski-Ressort mit vielen Hotel – sowas sieht im Sommer wenig einladend aus.
Ein Stück nach dem Pass dann ein Stopp für viele Touristen mit den entsprechenden Kiosken. Vom Berg herunter kommt schwefliges Wasser, das sich dann ähnlich wie bei Tuffsteinen ablagert. Parallel zur Straße gibt mehrere, längere Lawinenverbauungen, die aber so schmal sind, dass kein Gegenverkehr möglich ist.
Um ½ 7 sind wir an unserem modernen Hotel in Stepanzminda für drei Tage mit Sicht vom Zimmer auf den schneebedeckten Kasbek (wenn er sich gerade nicht hinter Wolken versteckt) und das Kloster Gergeti.






















