Heute geht es nun richtig in die Berge. Vom mit 2165 m höchst gelegenen Bergdorf Dschuta wollen wir zu einem Bergsee und einem kleinen Wasserfall wandern. Der Start ist nicht ganz so einfach: da die Straße im hinteren Teil eine schlechte Schotterpiste ist, sind wir mit einem kleinen Allrad-Bus unterwegs bis zur Stelle, wo die Straße abgerutscht ist (schon vor längerer Zeit), aber nicht richtig repariert und deshalb offiziell gesperrt ist. Also aussteigen, ein paar hundert Meter laufen bis die Straße wieder ok ist und dort wartet ein „Taxi“ vom Dorf und bringt uns nach Dschuta. Wir sind aber längst nicht die einzigen, recht viele Touristen sind ebenfalls unterwegs, darunter viele Asiaten.
Das Dorf hat keinen anderen Zugang, die Dorfbewohnen befahren offensichtlich auch das gesperrte Stück ihrer einzigen Zufahrt. Duschta hat wohl kaum 100 Einwohner, im Winter noch weniger. Es hat sich auf die Touristen eingestellt, vor allem wenn weiter oben der Schnee auch weg ist, ist es auch ein Ausgangspunkt für größere Bergtouren. Hotel, Gästehäuser, Café, Restaurant, Pferde ausleihen (mit Führer) – aber zum Glück geschmackvoll gemacht, überwiegend Holz, passend zu einem Bergdorf. Die Wege sind sogar mit LED beleuchtet.
Anfangs ein bisschen steil, später sanft ansteigend, über einen zerstörten Fußgängersteg, an Schneefeldern vorbei, vor uns immer die Bergspitzen und darunter sind die Hänge noch schneebedeckt. Viel Gelb, vor allem Sumpfdotterblumen, gelbe Schachtelhalmblüten, verschiedene blaue Blümchen. Und immer wieder werden wir von Touristen auf Pferden überholt. Rast an dem kleinen Bergsee, der direkt vom Schmelzwasser versorgt wird. Das hält aber Matthias nicht ab, bis unter die Knie reinzusteigen, er meint „deutlich unter 10 Grad“. Ein anderen Mann schwimmt sogar zweimal im See, wohl so was wie Eisbaden.
Auf dem Weg zum Wasserfall (höchster Punkt war 2570 m) die Herausforderung, die beiden Arme des Baches zu überqueren, einige entscheiden sich dafür zu springen (auch ich), andere waten barfuß durch. An einer schönen Berghütte mit Aussicht große Rast, Lunchpakete hatten wir ja bekommen und dazu ein doppelter türkischen Kaffee von der Hütte. Unterhalten wurden wir von drei recht jungen Hunden, die sich mit Betteln versuchten, mit einem gewissen Erfolg. Nach einer Weile legte sich einer unter unser Tischchen und hielt Mittagsschlaf. Von der Berghütte wieder zurück ins Dorf.
Fahrzeugwechsel vor unseren Hotel und mit „unserem“ kleinen Transit weiter auf der Heerstraße bis zur russischen Grenze. Eine wirklich schlechte Straße, zum Teil über dem Tal, viele Schlaglöcher und an einigen Stellen so eng, dass LKW nur im Schritttempo aneinander vorbei fahren können. Unter im Tal wird an der neuen Straße und neuen Tunnels gebaut.
An der Grenze (d.h. georgische Station, danach kommt 4 km Niemandsland und dann die russische Station) hat der georgische Patriarch vor einigen Jahren eine neue Kirche mit Kloster gebaut, damit man gleich sieht bei der Einreise, dass man jetzt in einem christlichen Land ist.
Zur Wanderung meinte Komoot 9 km seien wir gelaufen, 380 m hoch und 430 m runter, in einer reinen Gehzeit von 2,5 Stunden – wobei die Zeitrechnung von Komoot mir meist viel zu kurz vorkommt.













































