Heute Morgen ging es offiziell los. Außer mir sind es zwei Paare, das eine etwas jünger als ich, das andere etwas mehr, aber nicht wirklich jung. Das eine Paar hatte schon direkt vorher eine 5-tägige Reise durch Armenien gemacht, zwar vorgebucht, aber im Mietwagen selber gefahren. Der Reiseführer ist ein junger Mann, studierter Archäologe, er hat einige Jahre in Deutschland gelebt und studiert, davon ein Teil in Stuttgart. Er spricht perfekt deutsch. Über die Änderungen der VVS-Zonen in um um Stuttgart war er informiert. Damit wir uns in Georgien nicht verlaufen, bekamen wir eine Landkarte und zum Lernen ein Kärtchen mit dem georgischen Alphabet.
Spannend war für mich, was ich heute Neues sehen werde und wo ich mich schon auskenne. Da es eine Wanderreise ist, waren wir den ganzen Tag zu Fuß unterwegs. Zurück dann eine Station mit der Metro, damit wir sie auch mal kennen lernen. Früher gab es auch mal Straßenbahnen in Tiflis, die wurden aber zugunsten der Metro und Busse abgeschafft. In der Sowjetunion wurden Metros nur für Millionenstädte gebaut, Tiflis hatte dies mit einigen Anstrengungen geschafft. Sie verläuft in 100 m Tiefe – damit sie atombombensicher ist. Zumindest beim Unterqueren des Flusses muss sie sehr tief sein, da die Stationen hoch über dem Tal liegen. Man hält einfach seine EC-Karte an das Drehkreuz, 1 Lari = 30 Cent werden ohne weitere Eingabe abgebucht und man kann 1,5 h Metro und Bus fahren.
Was so auffällt in Tiflis:
es ist sehr sauber, man sieht auch oft Personal beim Kehren und Aufräumen
an Parkplätzen gibt es Parkwächter zum Bezahlen
die meisten Autos sind in gutem Zustand, überwiegend Japaner, auch einige Europäer. Und immer wieder mal ein sehr hochpreisiges. Einfuhr von Autos über 6 Jahre alt ist verboten, damit das Land nicht mit allen Karren überschwemmt wird
recht viele Hunde, bei denen kein Besitzer zu erkennen ist, sie liegen im Park oder am Gehweg in aller Ruhe, oft schlafen sie, kein Gebell, und interessanterweise kaum irgendwo HundescheißeWir kamen am Bäderviertel vorbei, dort kommt 35 C schwefliges Wasser aus dem Boden. Die Bäder sind modernisiert, wenn man reinkommt ist ein großes Display, an dem man wählen und buchen kann. Eine Bad mit Nebenraum für 1-2 oder bis 6 Personen, ob man auch noch eine bestimmte Massage möchte etc. Den Weg zur Burg machten wir umgekehrt zum meinem Weg gestern, zuvor noch in der Schlucht dem Bach entlang.
Durch den Souvenir- und Einkaufstunnel unter dem Maidan-Platz (durch fand früher der Markt statt, alle Geschäfte wurden hier abgewickelt) und dann in die lange Gasse mit den vielen Kneipen. Zunächst in den Keller einer ehemaligen Karawanserei in eine Bäckerei. Danach in einem Restaurant ein Kaffee mit einem großen, gemeinsamen Früchte/Süßigkeiten-Teller. Später dann am Parlamentsgebäude vorbei, vor dem praktisch an jedem Tag Proteste/Demonstrationen stattfinden.
Im Nationalmuseum wurden wir von einer älteren Dame auf Deutsch durch die Sonderausstellung mit historischem/georgischen Goldschmuck geführt, eindrucksvoll die Goldarbeiten schon vor über tausend Jahre vor Christus. Die besuchten Kirchen habe ich jetzt nicht mehr aufgeführt. Unterwegs konnten wir von Bäumen direkt schon reife, weiße Maulbeeren ernten und auch gerade schon reife Mispeln.
Abendessen dann in einem guten Restaurant in der Höhe über dem Fluss mit Aussicht über die Stadt, schon Kofi Anam hat dort gespeist, drei Georgier haben gesungen. Vor dem Fenster waren die Flugfiguren von Mauerseglern zu bewundern. Viele unterschiedliche Vorspeisen, Obst als Nachtisch, insgesamt fast vegetarisch.
Nachdem der Reiseführer uns erzählt hatte, dass in der Friedensbrüche in den Glasgeländern 30 000 LED installiert sind (ganz winzige, die Kabel kann man kaum erkennen), bin ich nach dem Essen nochmals hin, um sie im Dunkeln zu bewundern und natürlich zu fotografieren.




































