Nun ist der letzte Tag in Georgien gekommen, oder eigentlich der vorletzte, denn der Rückflug startet am Samstag um 3:10.

Vom Sanatoriumsort Zkaltubo geht es nach Kurtassi und dort auf die Autobahn Richtung Tiflis. Zunächst eine Besichtigung der handwerklichen Herstellung der Kwewri – das sind die großen Tongefäße, die in den Boden eingegraben werden zur Weinherstellung. Sie fassen bis zu 2000 l Wein und sind unten spitz, im Gegensatz zu den Amphoren, die gestellt werden können und hier auch hergestellt werden. Auch die runden, oben offenen Tonöfen für die Bäcker werden hier gemacht. Es ist ein sehr aufwändiger, langdauernder Prozess. In Schritten von täglich etwa 10 cm wird der Ton per Hand aufgetragen um dann zu trocknen. So wächst das Gefäß langsam in die Höhe. Zwei bis drei Mal im Jahr wird der große, gemauerte Ofen gefüllt und so eine große Anzahl von Gefäßen eine Woche lang gebrannt. Der 75jährige Vater (der mit viel Engagement und Ausdauer uns alles erklärt) und seine zwei Söhne betreiben dieses Handwerk, von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Wir schieben noch den Besuch einer sehr alten, kleinen Kirche mit alten Wandbildern ein (auch UNESCO Weltkulturerbe) ein und sind dort ganze alleine. Zurück auf die Autobahn und zum Weingut Napheri. Der Winzer hat vor ca. 10 Jahren seinen Job aufgegeben und ist in den Weinbau eingestiegen. Eloquent auf Englisch erzählt er, wie er dies angegangen hat. Wir sehen seine Kwewri im Boden und daneben stehen die Edelstahl-Tanks. Die Beschichtung der Tongefäße innen, die Reinigung, die Einstellung der richtigen Temperatur, alles sehr aufwändig. Die Trauben baut er zum Teil selber an, zum Teil kauft er sie aus der Umgebung zu. Seine Bioweine nach traditioneller georgischer Methode exportiert er auch nach Deutschland.

Dann werden wir mit guten Essen, den typischen georgischen Gerichten, versorgt und danach bekommen wir fünf Weine zum Verköstigen. Er übernimmt dabei auch die georgische Tischtradition, dass einer am Tisch viele Trinksprüche und Geschichten erzählen muss. Er singt und es gelingt ihm, Matthias zum Mitsingen zu bewegen. Er will auch ein Lied von uns hören, mit „über den Wolken“ ziehen wir uns aus der Affäre. Wein kaufen wollte ich nicht, der Transport in meiner Tasche erschien mir zu gefährlich.

Ich drängte dann auf Aufbruch, mein Taxi sollte mich um 0:35 abholen und vorher wollte ich noch etwas schlafen, da ich am Samstagnachmittag beim BWLV-Jubiläum mitwirken sollte und abends mitfeiern wollte. Die Fahrt nach Tiflis zog sich dann durch einige Staus ziemlich in die Länge.