In Prilep fand vor 4 Jahren schon mal eine EM statt, vor zwei Jahren war hier die Junioren-WM. Und nun 2026 eine Kombination von EM und Junioren-WM.

Prilep hat rund 65 000 Einwohner und liegt südlich von Skopje, ganz grob in der Mitte zwischen der Nord-Mazedonischen Hauptstadt und den Ohrid-See, der vom Tourismus geprägt ist. Die Autobahn Richtung Griechenland reicht inzwischen weiter, aber noch nicht ganz bis Prilep. Die weiterführende Schnellstraße wird jetzt zur Autobahn ausgebaut. Von Fluggelände aus sieht man permanent die Staubwolken hinter den Bau-LKWs auf der Schotterpiste. Eine Zugverbindung gibt es auch (von Skopje nach Bitola), inzwischen mit modernen Wagen, aber die alten Schienen erlauben nur langsame Fahrt. Der Linienbus von Skopje braucht 2 ½ Stunden, kostet rund 8 Euro. Auffallend ist der neue, moderne Busbahnhof mit klimatisierter Wartehallen, Imbiss, überdachten Bussteigen, …

Tabakanbau und Marmorsteinbrüche prägen die Stadt. Überall sind Tabakfelder, wenn wir morgens in der Frühe vor 6 Uhr auf den Platz fahren, sind die Bauern schon bei der Tabakernte. Im Umland und selbst in der Stadt stehen überall die Hürden zum Trocken der Blätter, die dann in der großen, örtlichen Tabakfabrik verarbeitet werden. Auf der Zufahrtsstraße nach Prilep bremsen die schweren Marmor-Lastwagen den Verkehr aus. Und eindrucksvoll sind die Tieflader, beladen mit großen Marmorblöcken – sie sehen gar nicht voll beladen aus, aber der Marmor ist so schwer. Er geht überwiegend zur Verschiffung nach Griechenland.

In den letzten Jahren haben sich einige, vor allem ausländische, Firmen angesiedelt mit großen, modernen Anlagen. Morgens stehen die Arbeiter/innen am Straßenrand, sie werden von ihren Firmenbussen zur Arbeit gebracht. Es gibt aber auch einige, ältere Industrie-Ruinen.

Nicht zu übersehen sind die Melonenverkäufer. An vielen Stellen der Stadt stehen Traktoren mit Anhängern, hoch beladen, vor allem mit Wassermelonen.

Auf dem Weg zum Fluggelände kamen wir an der Müllkippe von Prilep vorbei. Und meist saßen viele Störche oben am Rand, in konstantem Abstand aufgereiht. Als wir Zeit hatten, anhielten und zum Fotografieren das offene Gelände betraten, kam ein Zerberus, der uns deutlich machte, dass wir gehen und nicht fotografieren sollten … Hoffentlich haben sich die Störche mit den Abfällen nicht die Mägen verdorben. Störche sind hier allgegenwärtig. Manchmal kreisten sie in Scharen über dem Fluggelände, mal zogen sie in großer Höhe durch.

Zur Geschichte schreibt Wikipedia: „Die Stadt liegt am Fuße der Burg Markovi Kule des legendären serbischen Königs Marko Mrnjavčević, auch bekannt als Kraljević Marko, um den sich viele Mythen ranken. Darin ist König Marko als weiser Herrscher und Kämpfer gegen die Türken dargestellt. Die bewegte Geschichte Prileps spiegelt sich heute im alten Uhrturm, der einst ein Kirchturm war, in einer halb verfallen Moschee aus osmanischer Zeit und einer restaurierten Mauer im Park vor dem Rathaus. Dabei handelt es sich um eine Mauer eines Gefängnisses aus osmanischer Zeit.“

Die hier zitierte Mauer bildet die Kulisse für die Eröffnung der Meisterschaft. Die Innenstadt ist sehr lebhaft, viele Kneipen, Restaurants etc. Viele kleine Lädchen, die lange Öffnungszeiten haben. Was auffällt, die Gehwege dienen in erster zum Parken der Autos, dann zum Tabak zu trocken und wenn dann noch Platz ist für die Fußgänger. Noch die Besonderheit: „Ampeln“ für die Handy-fixierten Jugendlichen: LED-Steifen am Markplatz im Boden vor den Überwegen, damit man ohne den Kopf zu heben „grün“ und „rot“ erkennen kann.

Nordmazedonien hat 1,8 Mill Einwohner und ist ein Vielvölkerstaat, nicht nur Mazedonier leben hier. Das hatte in den Vergangenheit immer wieder zu Streitigkeiten geführt. Christen und Muslims vertragen sich hier recht gut. Dass Preisniveau für Lebensmittel ist niedrig, mit 10 Euro kommt man beim Essen weit. Im Café ein Espresso 0,8 Euro und Eis pro Kugel auch 0,8 Euro. Muss aber in Relation zum Einkommen gesetzt werden. Hierzu fand ich keine passenden Zahlen. Aber in Index, der nicht nur das Finanzielle berücksichtigt, bewertet Mazedonien ähnlich wie Rumänien und Bulgarien.

 

Ein paar Eindrücke von Prilep (nicht alle Fotos sind von mir)

Und ein paar Eindrücke von der Rundfahrt am Sonntag über Bitola, am Prespasee entlang, durch den Naturpark über die Berge zum Ohridsee und wieder zurück auf nördlicher Route: